Früherkennung von Risikomerkmalen zur Kindeswohlgefährdung

 

5. Psychosoziale Belastungen im Hinblick auf

  • die finanzielle Situation: hohe Schulden, Erstausstattung des Babys kann nicht angeschafft werden, Grundversorgung ist nicht gesichert,
  • die Partnersituation: durch Konflikte mit dem Partner, Trennung vom Partner,
  • die eigene Person: Überforderung durch Haushaltsführung, Kindererziehung, Doppelbelastung durch Beruf und Haushalt, Behördengänge, mangelnde Wertschätzung 7).

Erhöhte Gefährdungen lassen sich nicht auf einen Risikofaktor, sondern in der Regel auf die Kombination mehrerer Belastungen zurückführen 9). Dies ist zum Beispiel der Fall bei

  • alleinstehenden Müttern mit finanziellen Problemen, Überforderung durch Doppelbelastungen (Haushaltsführung, Kindererziehung), bei mangelnder Unterstützung durch Familie, Freunde, sozialer Isolation und
  • Migrantenfamilien mit Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichen und Wohnungsproblemen, mangelndem Vorsorgeverhalten, mangelnder Kommunikation.

Andere Risikofaktoren weisen bereits allein für sich genommen ein hohes Gefährdungspotential auf, sind aber ebenfalls zumeist kombiniert mit weiteren Belastungen. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Eltern mit psychischen Störungen, z. B. Depressionen, Psychosen, Borderline-Symptomatik,
  • Eltern mit Gewaltkonflikten und Gewalt- und Heimerfahrungen in der eigenen Kindheit,
  • Eltern mit Suchverhalten (Alkohol, Tabletten, Drogen).


6. Mangelhaftes Vorsorgeverhalten während der Schwangerschaft: fehlender Mutterpass, Vorsorgeuntersuchung bei weniger als 5 Vorsorgeuntersuchungen.

7. Mangelnde Unterstützung durch Familie, Freunde, keine Kontakte.